30. Januar 2019

Sich gegen die Entscheidungslosigkeit entscheiden

Täglich stehen wir vor unzähligen Entscheidungen: Brot oder Müsli? Ziehe ich das gelbe oder rote Kleid an? Gehe ich erst joggen und dann einkaufen? Soll ich mich heute Abend mit Freunden treffen? Wo mache ich in diesem Jahr Urlaub? Welchen Beruf sollte ich erlernen? Was kann ich tun um glücklicher zu sein? Jetzt eine Familie gründen oder nie? Sollte ich mir Hilfe holen, oder lieber alles allein bewältigen?

Die Qual der Wahl – Zwischen den beiden Polen, dem Ja und Nein, Diesem und Jenem, gibt es oft unzählige Alternativen. Und diese vielen Möglichkeiten machen uns das Leben nicht immer leicht. Aber warum sollte es leicht sein, wenn es auch kompliziert geht? Oder vieleicht doch nicht?

Wie trifft der Mensch eigentlich seine Entscheidungen?

„Das Herz hat seine Gründe, die die Vernunft nicht kennt“, schrieb der französische Mathematiker und Philosoph Blaise Pascal (1623−1662). Und tatsächlich: Viele Entscheidungen, die der Mensch trifft, lassen sich mit Vernunft weder erklären noch verstehen − meist nicht einmal von demjenigen, der sie getroffen hat. Hat der Kopf entschieden, der Bauch — oder doch etwas ganz anderes?

Entscheidend ist, sich zu entscheiden!

Körper, Gefühle, Verstand, Intuition, Gesamtkontext etc. sind beteiligt an unseren Entscheidungen. Ob wir sie jedoch bewusst oder unbewusst darauf Einfluss nehmen lassen, hängt von unserer Bereitschaft ab sich damit zu befassen.

Machen wir uns doch nichts vor und sind ehrlich zu uns selbst, am liebsten hätten wir doch, dass wir schnell und ohne viel Zeitaufwand genau die richtige Entscheidung treffen um unser Problem zu lösen.. Ähnlich einem Sechser im Spiel des Lebens. Dazu gibt es unzählige Hilfestellungen wie zum Beispiel diese:

Mit Faustregeln zu guten Entscheidungen

Mit einfachen Faustregeln, sogenannten Heuristiken, treffen wir oft gute Entscheidungen. Manchmal gilt:

  • Entscheide schnell! Denn je länger wir nachdenken, desto mehr zweitklassige Lösungen fallen uns ein. Wir kommen ins Grübeln, und das Ergebnis wird dadurch nicht besser. Diese Regel gilt besonders dann, wenn wir uns in einem Gebiet schon gut auskennen.
  • Frage andere! Anders sieht es aus, wenn wir in einem Gebiet fremd sind. Dann hilft es, sich Rat bei Experten zu holen. Doch Achtung: Vorher sollten wir prüfen, ob unsere Experten unabhängig sind
  • Wechsel die Perspektive!Eine andere Heuristik ist, den Blickwinkel zu ändern. Die neue Perspektive zeigt uns die Lösung. Ein prominentes Beispiel für diesen Trick ist die Notlandung des Airbus auf dem Hudson River im Jahr 2009.

Reifezeit

Oft brauchen Entscheidungen jedoch eine gewisse „Reifezeit“. Es ist wichtig den richtigen Zeitpunkt (Kairos) zu erkennen um konsequent zu handeln. Wie Hannah Arrendt schon feststellte “nur wer handelt ist frei”, und haben wir nicht alle eine Sehnsucht danach frei in unseren Entscheidungen zu sein?
Der portugiesische Neurowissenschaftler António Damásio sieht so genannte somatische Marker – quasi Körpersignale – als Grundlage aller menschlichen Entscheidungen an. Im präfrontalen Cortex ist auch die Fähigkeit beheimatet, Körperempfindungen wahrzunehmen – und diese somatischen Marker helfen laut Damásio beim Denken (Logos), indem sie Vorentscheidungen treffen und uns, ohne dass es uns bewusst würde, in eine bestimmte Richtung drängen.

Auf den Körper hören

Comming home, zu sich selbst kommen. Jede Entscheidung, die Sie dann treffen werden stellt sich selbst und durch Andere nicht mehr in Frage. Denn unser Körper weiss es schon, bevor wir überhaupt einen Gedanken denken.

Jetzt (Chronos)

  • Was verlangt gerade Ihre Aufmerksamkeit?
  • Welches Thema beschäftigt Sie JETZT?
  • Spüren Sie Ihren Körper? Wo genau?
  • Was ist da?
  • Können Sie da ein klein wenig verweilen?
  • ……………

Sie können mich gerne anrufen oder mir schreiben und ich begleite Sie bei Ihrer Entscheidungsfindung.